Was kostet mein Grow an Strom? So rechnest du es ehrlich aus
Die Zahl, vor der die meisten Respekt haben – und die fast immer kleiner ausfällt als befürchtet. Vorausgesetzt, du rechnest mit den richtigen Watt. Hier stehe…
"Was kostet dich das eigentlich an Strom?" – die Frage kommt früher oder später immer. Und die ehrliche Antwort ist meistens niedriger, als die Leute denken. Aber nur, wenn du mit echten Zahlen rechnest und nicht mit denen vom Typenschild. 🌱
Die Rechnung dahinter ist simpel
Für jedes Gerät gilt: Watt mal Stunden mal Tage, geteilt durch 1000, ergibt Kilowattstunden. Und Kilowattstunden mal deinem Strompreis ergibt Euro. Mehr steckt nicht dahinter – der Rechner nimmt dir nur das Zusammenzählen über alle Geräte und beide Phasen ab.
Ein Beispiel mit der Standardbelegung, wie sie im Rechner voreingestellt ist: eine 300-Watt-LED, ein 20-Watt-Abluftlüfter, ein 40-Watt-Ventilator, 28 Tage Vegi und 63 Tage Blüte, bei 35 Cent pro Kilowattstunde.
- LED: 18 Stunden in der Vegi, 12 in der Blüte – zusammen 378 kWh
- Abluft: läuft durch, 24 Stunden – 43,7 kWh
- Ventilator: läuft durch, 24 Stunden – 87,4 kWh
Macht rund 509 Kilowattstunden für den kompletten Durchgang, also etwa 178 Euro – verteilt auf gut drei Monate sind das knapp 60 Euro im Monat. Und du siehst sofort das Wichtigste: Die Lampe allein macht rund drei Viertel der Rechnung aus. Alles, was du sparen willst, sparst du dort oder gar nicht.
Die drei Zahlen, bei denen sich fast jeder vertut
Watt: das Typenschild lügt in beide Richtungen
Das ist der mit Abstand größte Fehler. Was auf der Lampe steht, ist fast nie das, was aus der Steckdose fließt.
- LEDs laufen selten auf 100 %. Wenn dein Dimmer auf 70 % steht, zahlst du auch ungefähr 70 %. Rechnest du mit dem Aufdruck, ist deine Rechnung um ein Drittel zu hoch.
- HPS zieht mehr, als draufsteht. Das Vorschaltgerät verbraucht mit – bei einer 600-Watt-Lampe sind schnell 650 bis 680 Watt an der Dose. Rechnest du mit 600, liegst du zu niedrig.
- Geräte mit Motor – Entfeuchter, Klimaanlage, Kompressoren – ziehen beim Anlaufen kurz ein Vielfaches. Für die Monatsrechnung fällt das kaum ins Gewicht, für die Absicherung deiner Steckdosenleiste schon.
Die einzige ehrliche Quelle ist ein Steckdosen-Messgerät für zehn bis fünfzehn Euro – meins ist dieses hier (Affiliate-Link). Einmal dazwischenstecken, echten Wert ablesen, in den Rechner eintragen. Das ist die beste Investition in diesem ganzen Guide.
Stunden: die halbe Anlage läuft gar nicht durch
Lampe, Abluft und Umluft laufen nach Plan – die kannst du einfach eintragen. Aber Entfeuchter, Befeuchter, Heizung und Klimaanlage takten. Sie springen an, erreichen ihren Sollwert und gehen wieder aus. Wer bei einem 200-Watt-Entfeuchter 24 Stunden einträgt, produziert eine Horrorzahl, die mit der Realität nichts zu tun hat.
Zwei Wege, das ehrlich zu machen: entweder du schätzt bewusst niedrig (die meisten Entfeuchter laufen effektiv 4 bis 10 Stunden am Tag), oder du hängst ein Messgerät mit Kilowattstunden-Zähler für 24 Stunden dran und liest den echten Tagesverbrauch ab. Diesen Wert teilst du dann durch die Wattzahl und bekommst deine echten Stunden.
Preis: nimm den von deiner Abrechnung
Trag nicht die Zahl aus der Werbung ein, sondern den Arbeitspreis von deiner letzten Jahresabrechnung , inklusive aller Steuern und Umlagen. Den Grundpreis lässt du weg – der fällt sowieso an, egal ob du growst oder nicht. Voreingestellt sind 35 Cent; je nach Vertrag liegst du deutlich darunter oder darüber, und das verschiebt das Endergebnis stärker als jedes einzelne Gerät.
So füllst du den Rechner
1. Öffne den Stromrechner.
2. Trag oben deine Tage für Vegi und Blüte ein und deinen Strompreis .
3. Wähl deine Geräte aus den Vorlagen – Lampe, Abluft, Ventilator, Entfeuchter und so weiter. Für alles, was nicht dabei ist, gibt es ein eigenes Feld zum Selbstanlegen.
4. Überschreib bei jedem Gerät Watt und Stunden mit deinen echten Werten. Die Vorlagen sind Startwerte, keine Wahrheit.
5. Achte auf die getrennten Stunden für Vegi und Blüte . Genau hier steckt der Unterschied: Deine Lampe läuft in der Blüte sechs Stunden weniger, dein Entfeuchter dafür oft länger.
Der Rechner bildet einen kompletten Durchgang ab, nicht ein Jahr und nicht einen Monat. Die Trocknung nach der Ernte ist bewusst mit null Stunden hinterlegt – die läuft nach dem Zyklus und wird sonst doppelt gezählt.
Wo du wirklich sparst
Bei der Lampe – und zwar über die Effizienz, nicht über die Watt. Die entscheidende Angabe heißt µmol/J und sagt, wie viel nutzbares Licht eine Lampe pro Watt macht. Zwischen einem billigen Modell mit 1,8 µmol/J und einem guten mit 2,8 µmol/J liegen über 30 % Stromkosten bei gleichem Licht. Beim Kauf ist das die einzige Zahl, die zählt.
Beim Dimmer, wenn du eh drüber liegst. Miss einmal nach, wie viel Licht unten tatsächlich ankommt – mit dem Lux-PPFD-DLI-Rechner. Wenn dein PPFD über dem Zielbereich liegt, verschenkst du Geld an Licht, das die Pflanze gar nicht verwerten kann. Runterdimmen spart sofort und kostet keinen Ertrag.
Beim Entfeuchter – aber an der Ursache. Er ist fast immer der heimliche zweite Posten. Nur ist ein dauerlaufender Entfeuchter kein Gerätethema, sonde …
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